Kulturraum Vogtland–Zwickau
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Kulturraum Vogtland–Zwickau
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Förderschwerpunkte

Spartenbezogene Förderschwerpunkte des Kulturraumes Vogtland-Zwickau vom 14. Dezember 2017

Ergänzend zur Förderrichtlinie zur Gewährung von Zuwendungen durch den Kulturraum Vogtland-Zwickau gelten die nachfolgenden spartenbezogenen Schwerpunkte. Spartenübergreifende Projektanträge sowie Anträge für Sparten, für die keine Förderkriterien definiert wurden und die gemäß Ausschlussliste nicht grundsätzlich von einer Förderung ausgeschlossen sind, werden zur fachlichen Bewertung den Sparten zugeordnet, zu deren Förderkriterien inhaltliche Übereinstimmungen festgestellt werden können.


Sparte Darstellende Kunst – Theater und professionelle Orchester

Theater und professionelle Orchester können eine institutionelle Förderung erhalten, wenn die nachfolgenden Kriterien vollumfänglich erfüllt werden:

  1. ein ausgewogen-breites Genrespektrum vorwiegend im und für den Kulturraum mit regelmäßig künstlerisch-qualitätsvollen Theater- und Musikangeboten auch für Kinder und Jugendliche, eigenen Spielplänen mit Abonnements und/oder Veranstaltungsreihen
  2. überwiegender Teil an Eigenproduktionen sowie Veranstaltungen in Eigenregie; d.h. die künstlerischer Verantwortung und das wirtschaftliche Risiko werden für diese Veranstaltungen von der Einrichtung selbst getragen
  3. Anbindung bzw. Unterstützung vielfältiger kulturell-künstlerischer Aktivitäten der Region

Projektförderungen können insbesondere gewährt werden für

  1. Projekte, die den Zugang zu Kunst und Kultur erleichtern und/oder neue Ausdrucks- und Kommunikationsformen beinhalten.
  2. die Durchführung regional bedeutsamer Festivals, auch im Bereich der Laienkunst.

Sparte Musik

Sachgebiet Konzertreihen, Festivals, Wettbewerbe, Workshops und Kulturpreise

Insbesondere können regelmäßig, mit hoher Qualität durchgeführte Konzertreihen, Workshops und Kulturfestivals (mit überwiegender Wirksamkeit im Kulturraum) und Wettbewerbe (insbesondere auch mit überregionaler Bedeutung) eine Projektförderung erhalten, die

  1. der Bewahrung, Pflege und Entwicklung der regionalen Traditionen und/oder
  2. dem Ausbau und der Pflege überregionaler und/oder internationaler Kontakte und/oder des Kulturtourismus dienen,
  3. die Förderung des künstlerischen Nachwuchses auf verschiedenen Gebieten zum Ziel haben.

Für die Vergabe von Kulturpreisen (z.B. Ehren- und Förderpreise), die mit dem Namen und der Leistung bedeutender, maßgeblich für die Region wirkender bzw. aus der Region hervorgegangener Persönlichkeiten verknüpft sind und der Würdigung bzw. der Anregung außergewöhnlicher Leistungen dienen, kann ebenfalls eine Projektförderung gewährt werden.

Sachgebiet Kirchenmusik

Als Projekte können kulturelle Höhepunkte wie Oratorien und Kantatenaufführungen, Chor- und Orgelkonzerte sowie Konzertreihen unter professioneller Leitung – auch unter Einbeziehung von Musikern und Chören aus der Region – gefördert werden. Insbesondere können bedeutende kirchenmusikalische Aufführungen (auch mit überregionaler Wirksamkeit) gefördert werden.

Sachgebiet Laienmusizieren

Der Kulturraum fördert auch das laienmusikalische Schaffen, insbesondere durch die Unterstützung der Nachwuchsarbeit in Gruppen, Ensembles, Orchestern und Vereinen.

Eine institutionelle Förderung kann für Jugendblasorchester gewährt werden, sofern nachweislich mindestens 60 % der jeweils aktiven Mitglieder nicht älter als 27 Jahre sind uns sich in musikalischer Ausbildung befinden. Anhand eines mit dem Antrag auf Zuwendungen beim Kulturraum vorzulegenden Datenblattes kann eine Förderung für die vom Jugendblasorchester durchgeführte Einzel- und Gruppenausbildung dieser Ensemble- und Orchestermitglieder sowie für die Probentätigkeit (anteilige Finanzierung der ermittelten Jahreswochenstunden) gewährt werden. Darüber hinaus kann der Kulturraum bis zu 20 % der Betriebs- und Geschäftsausgaben des Jugendblasorchesters fördern.

Darüber hinaus werden auch Projekte gefördert. Für eine Förderung müssen mehrheitlich die nachfolgenden Voraussetzungen und Bedingungen erfüllt werden:

  • Qualitätsnachweise durch Konzerte mit regionaler und überregionaler künstlerischer Wirksamkeit,
  • Teilnahme an Wettbewerben und Workshops bzw. Wertungs- und Kritikvorspielen,
  • Auseinandersetzung mit anspruchsvoller und/oder regional bedeutsamer und/oder historisch wertvoller Musikliteratur,
  • gezielte Nachwuchsgewinnung und –qualifizierung,
  • professionelle künstlerische Anleitung,
  • regelmäßige Probentätigkeit.

Der Kulturraum kann auch künstlerisch-pädagogische Fortbildungen fördern.


Sparte Musikschulen

Für eine institutionelle Förderung von Musikschulen gelten folgende Prämissen:

  1. Musikschulen sind Orte des Musizierens, der Musikerziehung und Musikpflege. Sie legen durch qualifizierten Fachunterricht die Grundlage für eine lebenslange Beschäftigung mit Musik.
  2. Der Kulturraum fördert nicht gewinnorientierte Musikschulen, die im öffentlichen Auftrag handeln. Diese Auftragserteilung können nur die Kulturraummitglieder für ihr jeweiliges Gebiet vornehmen. Träger der Musikschule ist entweder unmittelbar die Kommune bzw. der Landkreis in geeigneter rechtlicher Ausgestaltung (z.B. Regie- oder Eigenbetrieb) oder eine als gemeinnützig anerkannte privatrechtliche Einrichtung, in der die Kommune wesentliche Verantwortung übernimmt (z.B. eingetragener Verein).
  3. Die Musikschule muss einen qualifizierten und kontinuierlichen Unterricht in nachfolgenden Bereichen anbieten:
    - Musikalische Grundfächer (Früherziehung/Grundausbildung)
    - Instrumental- und Vokalunterricht (im Einzel- oder
      Gruppenunterricht)
    - Ensemble- und Ergänzungsfächer
    Leitungs- und Lehrkräfte an der Musikschule sollen über eine abgeschlossene Hochschulausbildung in Musikpädagogik oder einen gleichwertigen Abschluss verfügen (entsrechend der FörderRL Musikschulen/Kulturelle Bildung des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst).
    Für die Inanspruchnahme von Leistungen gelten Tarife, die in Gebühren- bzw. Entgeltordnungen zu regeln sind. Bei der Gebühren- bzw. Entgeltgestaltung sind soziale Gesichtpunkte zu beachten.
    Für die Arbeit der Musikschule müssen geeignete Räume und Unterrichtsinstrumente zur Verfügung stehen.
  4. Zum Nachweis der regionalen Bedeutung einer Musikschule und damit Voraussetzung für eine Förderung durch den Kulturraum muss die Mindestzahl der Jahreswochenstunden über einen Zeitraum von 3 Jahren jährlich mindestens 150 Jahreswochenstunden betragen. Die Kulturraumförderung wird anteilig zu den Jahreswochenstunden gewährt (bis zu 350 Euro je Jahreswochenstunde unter Beachtung der zur Verfügung stehenden Kulturraummittel, maximal jedoch 50 v.H. der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben der Einrichtung). Als Anlage zum Antrag sind die Jahreswochenstunden durch dei Muskikschule nachzuweisen (aktuelle VdM-Statistik/Datenblatt des Kulturraumes).

Sparte Museen, Sammlungen, Ausstellungen

Professionelle Museen können eine institutionelle Förderung erhalten, wenn diese ein fachwissenschaftliches Profil ausweisen und die Richtlinien der ICOM-Definition erfüllen: „Ein Museum ist eine gemeinnützige, auf Dauer angelegte, der Öffentlichkeit zugängliche Einrichtung im Dienste der Gesellschaft und ihrer Entwicklung, die zum zwecke des Studiums, der Bildung und des Erlebens materielle und immaterielle Zeugnisse von Menschen und ihrer Umwelt beschafft, erforscht, bekannt macht und ausstellt.“ (Ethische Richtlinien für Museen von ICOM, 2010).

Bei der Festlegung der Förderkriterien und der Bewertung der Förderwürdigkeit orientiert sich der Kulturraum Vogtland-Zwickau an den „Standards für Museen“ des Deutschen Museumsbundes.

Für eine Grundförderung von bis zu 25 % der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben sind folgende Anforderungen vollständig zu erfüllen:

  1. Vorhandensein ausstellungsfähiger, originaler und über den lokalen Bezug hinausgehender Sammlungsobjekte, die für eine museale Nutzung dauerhaft zur Verfügung stehen (Besitz/Eigentum des Museums oder des Trägers)
  2. Vorhandensein eines qualitativ und quantitativ ausreichenden Sammlungsbestands hinsichtlich der Belegung der vom Museum angestrebten Themen
  3. Vorhandensein geeigneter Ausstellungs- und Depoträume, fachgerechte Aufbewahrung der magazinierten Sammlungsobjekte
  4. Leitbild und wissenschaftliche Konzeption bilden die Grundlage für die Erfüllung der regional bedeutsamen musealen Aufgaben (Sammeln, Bewahren, Forschen und Dokumentieren, Ausstellung und Vermitteln); Es wird erwartet, dass spätestens nach 10 Jahren eine Überprüfung und Fortschreibung des Museumskonzeptes erfolgt.
  5. Leitung durch eine hauptamtlich tätige Fachkraft mit Hochschul- oder mindestens Fachhochschulabschluss, vorrangig in einer dem Museumsprofil entsprechenden Fachrichtung (mind. 0,75 Vollzeitäquivalent gemäß Stellenplan)
  6. Kontinuierliche Konservierungs- und Restaurierungsmaßnahmen, die von anerkannten Fachkräften umgesetzt werden
  7. Kontinuierliche wissenschaftliche Bearbeitung der Sammlungsobjekte mittels Inventarisierung und Katalogisierung
  8. Sammlungsergänzung im Rahmen der Zielsetzung des Museums
  9. Vorhandensein einer über den lokalen Bezug hinausgehenden Dauerausstellung
  10. Regelmäßige wöchentliche Öffnungszeit von mindestens 20 Stunden

Unter Beachtung des Höchstfördersatzes gemäß der Förderrichtlinie des Kulturraumes Vogtland-Zwickau kann eine über die o.g. Grundförderung hinausgehende institutionelle Förderung gewährt werden, wenn neben den o. g. Kriterien folgende weitere Anforderungen erfüllt werden:

  1. Vorhandensein qualitativ hochwertiger Sammlungsbestände bzw. herausragender Spezialsammlungen mit Exponaten von überwiegend regionaler und überregionaler Bedeutung
  2. Leitung durch eine hauptamtlich tätige Fachkraft mit Hochschul- oder mindestens Fachhochschulabschluss, vorrangig in einer dem Museumsprofil entsprechenden Fachrichtung (1,0 Vollzeitäquivalent gemäß Stellenplan); darüber hinaus wird weiteres Fachpersonal hauptamtlich beschäftigt, durch den Stellenplan kann die Erfüllung der musealen Kernaufgaben in ihrer Gesamtheit gewährleistet werden
  3. Museumspädagogische Betreuung der Einrichtung auf der Grundlagen entsprechender Konzepte und Projekte
  4. Jährliche Durchführung von mindestens 2 Sonderausstellungen mit regionaler bzw. überregionaler Bedeutung
  5. Herausgabe und/oder Erarbeitung wissenschaftlicher Publikationen; Veröffentlichung von Fachbeiträgen in Printmedien
  6. Regelmäßige wöchentliche Öffnungszeit von mindestens 30 Stunden
  7. Nachweisbares Museumsmanagement (Definition siehe „Standards für Museen“ des Deutschen Museumsbundes)

Um die Aufgabenerfüllung in den Museen zu ermöglichen haben deren Träger auf eine ausreichende Ausstattung mit finanziellen Mitteln für Ankäufe sowie für die Sammlungspflege (einschließlich Erschließung und Restauration) zu achten.

Zusätzliche Projektförderungen werden nicht gewährt. Als Ausnahme können außerplanmäßiger, unaufschiebbarer Ankäufe regional bzw. überregional bedeutsamer musealer Objekte durch den Kulturraum gefördert werden. Voraussetzung ist, dass es für die Einrichtung einen Haushaltsansatz für Ankäufe gibt. Im Einzelfall ist nachzuweisen, dass die eingeplanten Mittel nicht ausreichen bzw. dass die erforderlichen Mittel im laufenden Haushalt nicht eingeplant werden können. Die zum Erwerb vorgesehenen Objekte müssen im Einklang mit dem jeweiligen Sammlungsprofil stehen.


Sparte Bildende Kunst

Galerien, die nicht kommerziell ausgerichtet sind und über eine regionale Ausstrahlung verfügen, können eine institutionelle Förderung erhalten, wenn folgende Kriterien vollumfänglich erfüllt werden:

  1. Leitung durch eine festangestellte, hauptamtlich tätige, entsprechend qualifizierte Fachkraft mit mindestens 0,75 Vollzeitäquivalent (= 30 Stunden/Woche)
  2. Vorliegen eines Jahresausstellungsplanes
  3. Regelmäßige Durchführung von eigenen Kunstausstellungen (d. h. durch das Personal der Galerie konzipiert)
  4. Übernahme von Vermittlungsaufgaben im Bereich der Bildenden Kunst
  5. Regelmäßige Öffnungszeiten (wöchentlich sollen diese mindestens 20 Stunden betragen).

Projektförderungen werden unter Beachtung des Höchstfördersatzes gemäß der Förderrichtlinie des Kulturraumes Vogtland-Zwickau insbesondere gewährt für

  1. Galerietätigkeit gemeinnütziger Vereine bei Vorliegen eines Jahresplanes und Nachweis regelmäßiger Öffnungszeiten
  2. Künstlerische Ausstellungen und Projekte insbesondere von gemeinnützigen Vereinen; öffentlicher Charakter und regionaler Bezug des Projektes sind nachzuweisen
  3. Maßnahmen, die der Stärkung, Qualifizierung und Vermittlung oder Vernetzung von Angeboten der Bildenden Kunst dienen (z.B. Symposien, Werkstätten, Workshops)
  4. Projektbegleitende Publikationen (z.B. Kataloge zur Würdigung und Förderung regional bedeutender, aktiver Künstler / in der Regel als einmalige Künstlerförderung mit einem Druckkostenzuschuss im Rahmen des Höchstfördersatzes, maximal aber 3.500 Euro); der regionale Bezug ist nachzuweisen
  5. Vergabe von Ehren- und Nachwuchspreisen im Bereich der Bildenden Kunst, sofern es sich bei diesem um einen Preis handelt, der namhaften aus der Region stammenden bzw. in der Region wirkenden Künstlern gewidmet ist

Sparte Bibliotheken

Hauptamtlich geleitete, Öffentliche Bibliotheken können eine institutionelle Förderung von bis zu 25 % der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben erhalten, wenn sie sich in einem Mittelzentrum gemäß Landesentwicklungsplan Sachsen befinden. Hauptamtlich geleitete, Öffentliche Bibliotheken in Oberzentren können einen höheren Fördersatz erhalten.
Für eine institutionelle Förderung in Höhe des Förderhöchstsatzes nach Satz 1 sind folgende Voraussetzungen zu erfüllen:

  1. Der bundesweite Zielbestand von 2,0 Medien/Einwohner ist anzustreben (mindestens 1,5 – maximal 3,0 Medien/Einwohner). Bezogen auf den Gesamtbestand soll der Medienetat so bemessen sein, dass eine Erneuerungsrate von 5 Prozent erreicht werden kann. Als Nachweis dient die Deutsche Bibliotheksstatistik.
  2. Leitungsstelle mit 1,0 Vollzeitäquivalent gemäß Stellenplan und einem Abschluss mindestens als Diplom-Bibliothekar/in FH oder BA. Für Bibliotheken in Oberzentren stellt die Besetzung der Leitungsstelle mit einem Diplom-Bibliothekar/einer Diplom-Bibliothekarin mit universitärem Diplom oder Abschluss eines Master of Library Science sowie weiteres festangestelltes Fachpersonal mit regelmäßiger fachbezogener Fortbildung (nachweislich 1 x jährlich je Mitarbeiter/in) eine Begründung für die Beantragung eines höheren Fördersatzes dar.
  3. Die wöchentlichen Öffnungszeiten betragen mindestens 22 Stunden, für Bibliotheken in Oberzentren mindestens 30 Stunden.
  4. Die fachliche Unterstützung der Sächsischen Landesstelle für Öffentliche Bibliotheken wird genutzt.
  5. Die Jahresergebnisse werden termingerecht durch die Deutsche Bibliotheksstatistik erfasst.
  6. Die Einbindung in regionale und überregionale Portale wird durch die Bibliotheken gewährleistet (z.B. Teilnahme an einem Bibliotheksverbund wie dem BiboSax).
  7. Für die Einrichtung liegen eine Bestandskonzeption mit Alleinstellungsmerkmalen, Schwerpunkten und Entwicklungstendenzen sowie eine gültige Satzung/Benutzungsordnung vor.

Werden die Kriterien a) bis c) nicht vollumfänglich erfüllt (Unterschreitungen) kann nach fachlicher Bewertung eine Reduzierung des Fördersatzes vorgenommen werden. Bibliotheken, bei denen die Leitungsstelle gemäß Buchstabe b) nicht mindestens 0,75 Vollzeitäquivalent im Stellenplan ausgewiesen wird, können keine institutionelle Förderung erhalten.

Der Fördersatz für Bibliotheken in Mittelzentren, die nachweislich das Aufgabenspektrum einer Kreisbibliothek erfüllen, kann auf bis zu 30 % der zuwendungsfähigen Ausgaben erhöht werden. Hierzu gehört insbesondere:

  • fachlich-methodische Unterstützung nebenamtlich geführter Bibliotheken sowie Anleitung der nebenberuflich tätigen Bibliotheksleiter des Landkreises (z.B. durch Schulungen),
  • Bereitstellung eines vielfältigen Medienbestandes für den Grundbedarf und den gehobenen Bedarf (elektronisch verzeichnet und recherchierbar),
  • Versorgung der Bibliotheken im Landkreisgebiet mit Austauschbeständen,
  • Kooperation mit den hauptamtlich fachlich geleiteten Stadt- und Gemeindebibliotheken des Landkreises sowie mit Schulen/Schulbibliotheken,
  • fachliche und sachliche Kontrolle der Kennziffern in der Deutschen Bibliotheksstatistik der nebenberuflich geleiteten Bibliotheken des Landkreises,
  • Zusammenarbeit mit der Sächsischen Landesstelle für Öffentliche Bibliotheken in Fragen der Bibliotheksentwicklungsplanung, Öffentlichkeitsarbeit, Fortbildung, IT-Ausstattung und aller fachrelevanten Fragen.

Eine institutionelle Förderung von bis zu 30 % der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben kann die Ratsschulbibliothek in Zwickau als öffentlich-wissenschaftliche Ausleihbibliothek aufgrund ihres umfassenden Altbestandes, Mittleren und Neueren Bestandes sowie der Sammlung Flechsig und den vorliegenden Sammlungsschwerpunkten erhalten. Die Einrichtung soll wöchentlich mindestens 40 Öffnungsstunden anbieten. Neben der Bestandspflege und der Bestandserhaltung hat die Einrichtung ihren Medienerwerb auf eine möglichst optimale Literatur- und Informationsversorgung von Fachleuten sowie der interessierten Öffentlichkeit abzustimmen. Darüber hinaus sollen die Medienerschließung mittels elektronischer Katalogisierung und die Teilnahme an Verbundsystemen mit vielfältigen Suchfunktionen und möglichst weltweiten Recherchemöglichkeiten erfolgen.

Der Kreisbibliothek Vogtlandkreis kann bei Erfüllung folgender Voraussetzungen eine Förderung von bis zu 75 % der zuwendungsfähigen Ausgaben gewährt werden:

  1. Die Kriterien für die institutionelle Förderung öffentlicher Bibliotheken werden mit Ausnahme der unter c) festgelegten wöchentlichen Öffnungszeiten erfüllt. Anstelle der unter a) genannten Medien je Einwohner tritt die Bezeichnung „der zu betreuenden Einwohner“ (= Orte mit betreuten stationären Bibliotheken und Halteorte).
  2. Es erfolgt eine fachliche Betreuung der nebenberuflich geleiteten Gemeinde- und Ortsteilbibliotheken, der Stadtbibliotheken sowie der Schulbibliotheken.
  3. Es ist eine Fahrbibliothek im Gebiet des Vogtlandkreises einzusetzen, wobei ca. 50 Haltepunkte mit einer durchschnittlichen Haltezeit von 1 Sunde erreicht werden sollen.
  4. Um eine ausreichende und aktuelle Versorgung mit Medien zu gewährleisten, soll ein Etat für den Medienerwerb von 10 % der Gesamtausgaben der Einrichtung angestrebt werden.

Für folgende Projekte hauptamtlich geleiteter, Öffentlicher Bibliotheken, die nicht bereits eine institutionelle Förderung vom Kulturraum erhalten, können Zuwendungen zur Projektförderung in Höhe des Höchstfördersatzes gemäß der Förderrichtlinie des Kulturraumes Vogtland-Zwickau gewährt werden:

  1. Medienankäufe:
    • Als zuwendungsfähige Ausgaben werden die geplanten Haushaltsmittel für Medienankäufe zugrunde gelegt.
    • Die Zuwendung soll je Projekt einen Höchstbetrag von 7.500 Euro nicht überschreiten.
    • Es ist nachzuweisen, dass die für eine institutionelle Förderung definierten Förderkriterien a) bis g) erfüllt werden.
    • Die Ankäufe sollen möglichst zielorientiert (z.B. Spezialisierung, Leseförderung) erfolgen.
  2. Teilnahme an Bibliotheksverbünden, soweit nicht bereits eine institutionelle Förderung vom Kulturraum gewährt wird
  3. Erweiterung des Angebots bezüglich neuer Medien/Technologien (keine Hardware-Ausstattung)

Sparte Literatur

Unter der Maßgabe, dass ein regionaler Bezug nachgewiesen werden kann (z.B. Inhalt, Autor), kann eine Projektförderung gewährt werden für:

  1. Lesereihen,
  2. Lese-, Schreib- und Literaturwettbewerbe,
  3. Literaturwerkstätten sowie kreative, auch spartenübergreifende Literaturprojekte,
  4. Projekte zur literarischen Pflege und Aufarbeitung der Mundart, die der Präsentation der regionalen Identität im Kulturraum und darüber hinaus dienen,
  5. regionale Literaturtage

Sparte Soziokultur

Soziokultur ist eine gemeinwesenorientierte, sparten-, themen-, ressort- und generationsübergreifende Kulturpraxis, die eine breite Teilnahme und Aktivierung (künstlerisch, gesellschaftlich) der Bevölkerung anvisiert. Soziokulturelle Zentren sind sowohl kulturelle Dienstleister als auch Orte gesellschaftlichen und sozialen Zusammenhalts. Die Arbeitsweise Soziokultureller Zentren zielt auf kulturelle Bildugn der Individuen und kulturelle Gestaltung von Gesellschaft im weitesten Sinne. Eine Kernkompetenz der Soziokultur ist die ERmöglichung kultureller (gesellschaftlicher) Teilhabe und damit verbundene Orientierung am Gemeinwesen und Gemeinwohl. Soziokultur, übersetzt als Gesellschaftskultur, lebt und gestaltet damit einen breiten, lebensweltlichen Kulturbegriff der weit über die Kunst hinaus Ansätze anderer Arbeitsbereiche integriert (z.B. Demokratiearbeit, Jugendarbeit, Sozialarbeit) und diese auch - aber nicht nur - mit den Mitteln der Künste bearbeitet.

Zuwendungen können für Einrichtungen und Projekte gewährt werden, sofern diese sich an den Richtlinien und Standards des Kriterienkataloges Soziokultur des Landesverbandes Soziokultur Sachsen e.V. in der jeweils gültigen Fassung orientieren.

Für eine institutionelle Förderung müssen folgende Kriterien vollumfänglich erfüllt werden:

  1. Nachweis einer mindestens zweijährigen, regional bedeutsamen und soziokulturell ausgerichteten Tätigkeit (Nachweis durch Veranstaltungspläne, Besucherzahlen, erwirtschaftete Einnahmen sowie Nachweis einer nicht kommerziellen Ausrichtung als gemeinnützige Organisation)
  2. Unterbreitung eines regelmäßigen, öffentlich zugänglichen, sparten- und generationsübergreifenden kulturellen Programms fü die Bevölkerung (ethnische und soziale Minderheiten dürfen nicht ausgeschlossen werden), z.B. durch regelmäßige Bereitstellung von Infrastruktur für selbstorganisierte künstlerisch-kulturelle Aktivitäten, Förderung künstlerischer Bildung, offene Werkstätten, Foren etc. Ein besonderer Schwerpunkt ist die Umsetzung von Vorhaben mit großer Aktualität z.B. durch wiederkehrende Aktionsbereiche oder auch projektförmig angelegte, experimentelle Methoden als parteienunabhängiger Impulsgeber für die gesellschaftliche Auseinandersetzung.
  3. Vorliegen einer Satzung, einer qualifizierten Konzeption und eines Leitbildes zur Untersetzung der Ansprüche und Arbeitsfelder im soziokulturellen Bereich
  4. Beschäftigung von festangestelltem Leitungspersonal und qualifiziertem Fachpersonal
  5. Das Angebotsprofil muss zu einem überwiegenden Teil aus eigenen kulturellen Angeboten (d.h. Durchführung in eigener Regie der Einrichtung) bestehen und darf nicht durch Sportangebote, Kinder- und Jugendarbeit, Sozialarbeit, Vermietung oder reine Veranstaltungstätigkeit dominiert werden.
  6. Bereitstellung der Infrastruktur zur Förderung der künstlerisch-kreativen Eigenbetätigung und des bürgerschaftlichen Engagements der Besucher und Besucherinnen sowie für die in der Einrichtung arbeitenden Vereine, Gruppen und Initiativen, deren Angebote im soziokulturellen Kontext stehen.

Für die Förderung von soziokulturellen Projekten gelten folgende Standards:

  1. zeitlich und thematisch eingegrenztes Vorhaben mit einer in sich schlüssigen Dramaturgie;
  2. Beteiligungsansatz, d.h. das Projekt wendet sich an breite Nutzerschichten im Gemeinwesen bzw. versucht diese aktiv in die Umsetzung einzubeziehen;
  3. Auseinandersetzung mit Gesellschaft/Kultur/Leben;
  4. Förderung der kulturellen Bildung (künstlerisch-ästhetische Bildung, politisch-soziale Bildung).

Bereich Kulturelle Bildung

Kulturelle Bildung spielt im Rahmen der Projektförderung eine besondere Rolle. Sie stellt jedoch keine eigenständige Kultursparte dar. Vielmehr werden die nachfolgenden Qualitätskriterien spartenübergreifend und stets im Zusammenwirken angewandt:

  1. Im Zentrum stehen Projekte, welche entweder die aktive kreativ-künstlerische Betätigung befördern oder mit pädagogisch-methodischen Ansätzen an den Bereich Kultur heranführen.
  2. Die Umsetzung eines Bildungsprozesses ist in der Projektbeschreibung darzustellen und zu untersetzen.
  3. Grundsätzlich können sich die Projekte an Personen jeder Altersstufe wenden.
  4. Der methodische Ansatz des Projektes, an dem dessen inhaltliche Untersetzung ausgerichtet wird, ist zu beschreiben. Ein angemessenes Verhältnis zwischen Vermittlung und aktiver Aneignung sollte nachgewiesen werden.
  5. Das Projekt ist durch Fachkräfte, deren Qualifizierung bzw. Eignung sich an den Projektinhalten auszurichten hat, durchzuführen.
  6. Die Umsetzung des Projektes ist in geeigneter Form zu dokumentieren.
  7. Soweit unter Beachtung des Projektinhaltes bzw. der mit dem Projekt angestrebten Ziele möglich, sind das Projekt und dessen Ergebnis öffentlich vorzustellen.
  8. Besonders förderwürdig sind solche Projekte, die der Vernetzung dienen und Nachhaltigkeit besitzen. Kooperationsprojekte zwischen Kultur- und Bildungseinrichtungen sind hinsichtlich der Ganztagsangebote und evtl. Bezugspunkte zum SGB VIII abzugleichen.

Sparte Sonstige Einrichtungen und Projekte

Gefördert werden können sonstige kulturelle Einrichtungen, wenn

  1. deren Arbeit für den Kulturraum von besonderer Bedeutung ist (z.B. Bereich Kulturelle Bildung, Alleinstellungsmerkmal),
  2. diese öffentlich zugänglich sind,
  3. Personal festangestellt ist, dessen fachliche Qualifikation dem Angebotsprofil der Einrichtung entspricht.

Der Höchstfördersatz des Kulturraumes für diese Einrichtungen kann regelmäßig bis zu 15 % der zuwendungsfähigen Ausgaben betragen.

Sonstige Projekte können vom Kulturraum gefördert werden, wenn deren regionale Bedeutung gegeben ist (vom Antragsteller nachzuweisen). Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Projekte aus den Sparten Film, Heimat- und Brauchtumspflege sowie um Projekte, die der Vernetzung oder der Schaffung neuer Angebotsformen dienen (z.B. Digitalisierung, intermediale Angebote).

Quelle: https://kulturraum-vogtland-zwickau.de/F%C3%B6rderschwerpunkte